Kategorie:

Architektur und Design

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Adresse: Leis 139, 7132 Vals, Kanton Graubünden

Die Therme Vals, entworfen vom Schweizer Architekten Peter Zumthor, zählt zu den bekanntesten Beispielen moderner Architektur weltweit. Inmitten einer tiefen Alpenschlucht im abgelegenen Dorf Vals gelegen, ist sie direkt in den Fels gehauen und aus lokalem grauen Quarzitstein erbaut.

Zumthor verzichtete auf konventionelle Formen: Die Therme bildet ein Labyrinth aus 15 Steinkuben, die teilweise in den Berg eingebettet sind. Das Wasser stammt aus einer Quelle, die die Einheimischen bereits seit der Römerzeit nutzen.

Die Architektur ist geprägt von Sinneseindrücken: dem Rauschen des Wassers, der Kühle des Steins, dem Duft von Kiefernöl, dem gedämpften Licht, das durch schmale Schlitze fällt. Hier gibt es keine Dekoration, nur reine Materialität und Raum.

Die Becken haben unterschiedliche Temperaturen (von 14 °C bis 42 °C) und Funktionen: Meditation, Geysir und Eisbad. Baden ist hier kein Zeitvertreib, sondern ein Ritual der Reinigung und Konzentration.

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Adresse: Rue du Puits-Saint-Pierre 4, 1204 Genf, Kanton Genf

Der St. Petersdom (Cathédrale Saint-Pierre) ist das Herzstück der Genfer Altstadt und eine der architektonisch komplexesten Kirchen der Schweiz. Sein Bau begann im 11. Jahrhundert, und über 700 Jahre hinweg durchlief er romanische, gotische, neoklassizistische und sogar protestantische Epochen.

Die Fassade vereint romanische Türme (11. Jahrhundert) mit einem neoklassizistischen Portikus (18. Jahrhundert), der hinzugefügt wurde, um die Kirche von „katholischem Prunk“ zu befreien. Das Innere strahlt schlichte protestantische Eleganz aus: keine Statuen, nur Holzbänke und die Kanzel, von der Johannes Calvin predigte.

Die Hauptattraktion des Doms ist sein für Besucher geöffneter Turm. Der Aufstieg über die 157 Stufen wird mit einem atemberaubenden Panoramablick auf Genf, den Genfersee, die Alpen und sogar den Mont Blanc in Frankreich belohnt. An klaren Tagen sind sogar drei Länder zu sehen: die Schweiz, Frankreich und Italien.

Unter der Kathedrale befindet sich ein archäologisches Museum, dessen Ausgrabungen Schichten freigelegt haben, die von einem römischen Tempel bis zu einer frühmittelalterlichen Kirche reichen. Dies ist eine seltene Gelegenheit, die Geschichte einer Stadt buchstäblich unter den Füßen zu erleben.

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Adresse: Monument im Fruchtland 3, 3006 Bern, Kanton Bern

Das vom italienischen Architekten Renzo Piano entworfene Zentrum Paul Klee wurde 2005 eröffnet und ist dem Leben und Werk des Künstlers Paul Klee gewidmet, der in der Nähe von Bern geboren wurde. Auf einem grünen Hügel am Stadtrand gelegen, erinnert das Gebäude an drei Wellen, die aus der Erde emporsteigen.

Piano lehnte das traditionelle, kastenförmige Museum ab. Stattdessen schuf er ein in die Landschaft integriertes Bauwerk: Drei mit Kupfer und Glas verkleidete Stahlbögen folgen den Kurven der umliegenden Hügel. Die Höhe des Gebäudes ragt nicht über die Baumkronen hinaus – eine Auflage der lokalen Behörden zum Erhalt des Panoramablicks.

Im Inneren befinden sich drei Ausstellungshallen, ein Bildungszentrum, ein Konzertsaal und ein Café. Natürliches Licht fällt durch die mehrschichtigen Glasdächer und erzeugt sanfte Schattenspiele, ideal für die Präsentation von Klees Werken.

Der Architekt setzte innovative Technologien ein: ein Belüftungssystem mit unterirdischen Kanälen, Solarpaneele auf dem Dach und Regenwasser zur Bewässerung der Rasenflächen. Dadurch zählt das Zentrum zu den umweltfreundlichsten Museen Europas.

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Adresse: Chemin de Lac 23, 1299 Corseaux, Kanton Waadt

Im beschaulichen Dorf Corseaux, nur 10 Minuten von Vevey entfernt, am Ufer des Genfersees, steht die Villa Le Lac – ein kleines, aber revolutionäres Haus, das Le Corbusier 1923 für seine Eltern erbaute. Es ist eines der ersten Beispiele eines „Hauses für modernes Wohnen“ und ein Prototyp seiner berühmten „Fünf Punkte der Architektur“.

Das nur 5 Meter lange und 18 Meter tiefe Gebäude ist ein Manifest des Funktionalismus. Ein riesiges Panoramafenster bietet einen atemberaubenden Blick auf den See und die Alpen und erweckt den Eindruck, die Natur sei Teil des Innenraums. Schlafzimmer, Küche und Wohnzimmer sind linear angeordnet, wie in einem Eisenbahnwaggon.

Le Corbusier entwarf jedes einzelne Element: vom Klapptisch bis zu den Einbauschränken. Er verwendete preiswerte Materialien – Beton, Holz, Glas –, aber mit solcher Präzision, dass das Haus zu einem Musterbeispiel eleganter Schlichtheit wurde.

Die Villa Le Lac gehört zum UNESCO-Welterbe „Das architektonische Erbe von Le Corbusier“, das 2016 in die Liste aufgenommen wurde. Heute beherbergt sie ein Museum, das die Originalmöbel, Zeichnungen und persönlichen Gegenstände des Architekten ausstellt.

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Adresse: Heimplatz 1, 8001 Zürich, Kanton Zürich

Der Neubau des Kunsthauses Zürich, entworfen vom britischen Architekten David Chipperfield, wurde 2021 eröffnet und zählt zu den meistdiskutierten Architekturprojekten der Schweiz. Direkt gegenüber dem ursprünglichen Museumsgebäude aus dem 19. Jahrhundert im historischen Zentrum Zürichs gelegen, symbolisiert er den Dialog zwischen Tradition und Moderne.

Chipperfield verzichtete auf dramatische Formen und setzte stattdessen auf Minimalismus und Harmonie. Die weiße Betonfassade mit ihrer dezenten geometrischen Struktur verweist auf den lokalen Kalkstein, während die Innenhöfe an traditionelle Schweizer Arkaden erinnern. Anstatt die Umgebung zu dominieren, fügt sich das Gebäude harmonisch in das Stadtbild ein und wirkt wie eine natürliche Erweiterung des Platzes.

Besonderes Augenmerk wurde auf das Licht gelegt: Große Fenster und Oberlichter lassen viel Tageslicht herein, ohne die Exponate zu beeinträchtigen. Der Architekt nutzte passive Technologien – natürliche Belüftung, die thermische Masse des Betons und Wärmerückgewinnung –, um den Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Museen um 40 % zu senken.

Die Inneneinrichtung ist im Sinne der „stillen Architektur“ gestaltet: neutrale Farbtöne, fließende Übergänge zwischen den Räumen und ein reduzierter Dekorationscharakter. Dies schafft die perfekte Kulisse für Werke von Monet, Picasso, Van Gogh und Schweizer Künstlern von Gauguin bis Pippilotti Rist.

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