Laura hatte lange in der Stadt gelebt. Jeden Morgen wachte sie vom Lärm der Autos auf, jeden Abend hörte sie Stimmen auf der Straße, Sirenen in der Ferne und das ständige Summen des Verkehrs. Anfangs hatte sie geglaubt, dass genau das Freiheit sei: viele Menschen, viele Möglichkeiten, immer Bewegung. Doch mit der Zeit fühlte sie sich immer müder.
Oft stand sie am Fenster ihrer kleinen Wohnung und sah auf die grauen Häuser gegenüber.
— „Ich kann so nicht ewig weitermachen“, sagte sie eines Abends leise zu sich selbst.
Am nächsten Morgen, als sie wieder mit einer Tasse Kaffee in der Hand am Fenster stand, klingelte ihr Telefon. Es war ihre Freundin Nina.
— „Du klingst in letzter Zeit so erschöpft“, sagte Nina. „Ist alles in Ordnung?“
