Autor

Gabriel Schmitt

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Route: Chur → Tirano (Italien), Graubünden und Lombardei

Der Bernina Express ist der einzige Zug der Welt, der die Alpen ohne Gangschaltung überquert. Er überquert den Berninapass (2.253 m) und fährt in nur vier Stunden wieder hinunter nach Italien. Die Strecke ist als Meisterwerk der Ingenieurskunst UNESCO-Welterbe.

Die Reise beginnt in Chur, der ältesten Stadt der Schweiz. Innerhalb von 30 Minuten erreicht man das Albulatal, wo der Zug steile Serpentinen beschreibt und durch Galerien und über Brücken aus dem frühen 20. Jahrhundert fährt.

Der spektakulärste Abschnitt ist der Lago Bianco am Berninapass. Im Sommer schimmert sein Wasser türkis, im Winter ist es zugefroren, spiegelt aber stets die Gipfel wider. Hier hält der Zug für einige Minuten, damit die Fahrgäste aussteigen und Fotos machen können.

Anders als beim Glazier Express ist für den Bernina Express keine Reservierung im Panoramawagen erforderlich – Sie können mit einem Standardticket in einem normalen Wagen reisen und genießen die gleiche Aussicht. Dadurch ist die Strecke für alle zugänglich.

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Route: Zermatt → St. Moritz, Kantone Wallis, Uri, Graubünden

Der Glazier Express ist mehr als nur ein Zug – er ist ein gemächlicher Schnellzug, der zwei der bekanntesten Schweizer Ferienorte verbindet: Zermatt am Fuße des Matterhorns und St. Moritz im Engadin. Während der 8-stündigen Fahrt überqueren Sie 291 Brücken, durchfahren 91 Tunnel und passieren den Oberalppass auf 2.033 Metern Höhe – den höchsten Eisenbahnpass Europas.

Die Reise beginnt in Zermatt, wo der Zug das Matterhorn erblickt, das sich im Bahnhofsfenster spiegelt. Nur eine Stunde später erreichen Sie die Matterwiesa-Schlucht, wo ein Fluss über Granitfelsen fließt und steile Klippen aufragen.

Das Besondere an diesem Zug sind seine bodentiefen Panoramafenster ohne Mittelsäule. So können Sie ungestört fotografieren oder einfach die Landschaft genießen. Jeder Sitzplatz ist beheizt, und das Mittagessen wird während der Fahrt auf Porzellan serviert, begleitet von regionalen Weinen.

Eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten ist die Landwasserbrücke, ein in eine Felswand gehauenes Bogenviadukt. Sie ist so berühmt, dass sie zum Symbol der Schweizerischen Bundesbahnen und zum UNESCO-Welterbe geworden ist.

Der Zug fährt mit 30–40 km/h, sodass Sie jede Kurve genießen können. Dies ist nicht nur ein Transportmittel, sondern Reisen als Kunstform.

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Strecke: S-Bahn und Regionalzüge der Kantone Zürich, Schwyz und Glarus

In der Schweiz wird das gesamte Bahnnetz zu 100 % mit Wasserkraft betrieben. Der Kanton Zürich hat jedoch ein besonderes Projekt ins Leben gerufen: die „Grüne Route“. Sie verbindet Ökoparks, Bauernhöfe und Naturschutzgebiete, die nur mit der Bahn und zu Fuß erreichbar sind.

Die Route beginnt am Zürcher Hauptbahnhof und führt beispielsweise zum Rietberg Park (einem botanischen Garten mit japanischem Garten), weiter zum Naturschutzgebiet Pfäffikersee (einem See mit schwimmenden Inseln für Vögel) und schließlich nach Alpamar (einem Bauernhof im Kanton Freiburg). Alle Stationen sind ohne Umsteigen miteinander verbunden.

An jedem Bahnhof entlang der Strecke gibt es einen Öko-Informationspunkt: Hier erhalten Sie eine Wanderkarte, können Ihre Flasche mit sauberem Wasser auffüllen und Ihren Müll trennen. Auf den Bahnsteigen finden Sie QR-Codes mit Audioguides zur lokalen Flora und Fauna.

Das Projekt wird von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und dem Kanton Zürich unterstützt. Die Züge auf dieser Strecke sind dank Bremsenergierückgewinnung die leisesten und energieeffizientesten in Europa.

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Lage: Les Plans-sur-Bex, 1880 Bex, Kanton Waadt

Whitepod ist mehr als nur ein Hotel; es ist ein nachhaltiges Tourismuskonzept. Auf 1.400 Metern Höhe über dem Dorf Bex im Kanton Waadt gelegen, besteht es aus 15 geodätischen Kuppeln („Pods“), die ohne Abholzung oder Beton in den Berghang gehauen wurden.

Jeder Pod ist eine autarke Einheit mit Holzofen, Bad mit Komposttoilette und solarbeheizter Dusche. Das Wasser stammt aus einer eigenen Quelle, und das Abwasser wird biologisch aufbereitet.

Das Hotel verwendet lokale und recycelte Materialien: Möbel aus gefällten Bäumen, Textilien aus Bio-Baumwolle und wiederverwendbares Geschirr. Plastik ist komplett verboten.

Die Gäste bewegen sich mit Skiern, Schneeschuhen oder Elektro-Schneemobilen fort. Statt Asphalt gibt es schmale Pfade; Statt Parkplätzen gibt es am Fuße des Berges eine gemeinsame Ladestation für Elektroautos.

Die Mahlzeiten sind zu 100 % biologisch, mit Schwerpunkt auf saisonalen Produkten aus einem Umkreis von 30 Kilometern. Das Abendessen wird über offenem Feuer zubereitet, und das Frühstück wird im Haupthaus mit Panoramablick auf die Alpen serviert.

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Lage: Zernez, Kanton Graubünden (Eingang über das Informationszentrum in Zernez)

Dieser 1914 gegründete Schweizer Nationalpark ist der älteste in den Alpen und der einzige Nationalpark des Landes. Er liegt im östlichen Kanton Graubünden und umfasst 170 Quadratkilometer Berge, Wälder und Almwiesen, wo die Natur ungestört gedeiht.

Es gelten strenge Regeln: Nichts berühren, nichts sammeln und die Wege nicht verlassen. Es gibt keine Mülleimer – jeder nimmt seinen Müll wieder mit. Fahrräder, Hunde, Drohnen und Picknicks sind außerhalb der ausgewiesenen Bereiche nicht erlaubt. Dies ist ein „Wildtierlabor“.

Im Park leben Gämsen, Rehe, Murmeltiere, Luchse und Steinadler. In den letzten Jahren sind auch Wölfe und Braunbären zurückgekehrt. Die beste Zeit, sie zu beobachten, ist bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, wenn die Tiere auf Nahrungssuche gehen.

Ein 80 Kilometer langes Wegenetz führt durch Täler, Gletscherseen und Kiefernwälder. Die beliebteste Route ist „Il Fuorn – Val Trupchun“, wo man oft Gämsenherden beobachten kann. Der gesamte Weg verläuft auf Holzstegen oder Schotter, um den Boden zu schonen.

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Adresse: Hofstrasse 12, 5242 Lupfig, Kanton Aargau

Der Öko-Bauernhof Alnatura Hof im Dorf Lupfig ist ein Vorbild für ökologische Landwirtschaft. Hier leben die Tiere artgerecht, und die Pflanzen werden ohne Pestizide und synthetische Düngemittel angebaut. Der Hof ist für Besucher geöffnet und hat sich zu einem Zentrum für Umweltbildung in der Nordschweiz entwickelt.

Kühe, Hühner, Ziegen und Schweine leben in geräumigen Ställen, die ganzjährig zugänglich sind. Die Kühe werden zweimal täglich gemolken, die Milch wird jedoch nicht abtransportiert, sondern direkt auf dem Hof ​​zu Käse und Joghurt verarbeitet.

Besucher können nicht nur zusehen, sondern auch mithelfen: beim Füttern der Tiere, Eiersammeln und Gemüseanbau im Garten. Kinder können an den Programmen „Bauer für einen Tag“ teilnehmen und lernen, wie man Kaninchen pflegt oder Käse aus Ziegenmilch herstellt.

Der Bauernhof arbeitet nach dem Kreislaufprinzip: Mist wird kompostiert, der Kompost dient als Dünger und Speisereste werden an die Schweine verfüttert. Sogar die Käseverpackung besteht aus recyceltem Stroh.

Im hofeigenen Bio-Café werden Gerichte aus regionalen Zutaten serviert, darunter Gemüsesuppe, Käsepfannkuchen und selbstgebackenes Brot. Alle Zutaten stammen vom Hof ​​oder von benachbarten Höfen im Umkreis von 10 Kilometern.

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Adresse: Route de la Gruyère 100, 1680 Villars-sous-Yens, Kanton Waadt

Das Naturschutzgebiet La Gruyère (Lagang) ist eines der letzten unberührten Feuchtgebiete am Nordufer des Genfersees. Zwischen den Ortschaften Villars-sous-Yens und Château-d’Oex gelegen, steht es unter dem Schutz der internationalen Ramsar-Konvention als Gebiet von entscheidender Bedeutung für Zugvögel.

Auf über 300 Hektar Fläche erstrecken sich Seen, Schilfgebiete, Wiesen und Wälder. Hier leben Desmane, Biber, Reiher und über 200 Vogelarten, darunter das seltene Sumpfhuhn und die Zwergammer. Im Frühling und Herbst dient das Reservat Tausenden von Zugvögeln auf ihrer Route zwischen Afrika und Europa als Rastplatz.

Der Hauptweg zur Erkundung ist der Wanderweg Chemin des Oiseaux, der über Holzstege durch die Sümpfe führt. Die 3 Kilometer lange Route schont das Ökosystem und ermöglicht ungestörte Tierbeobachtungen. Der Eintritt ist frei, die Besucherzahl jedoch auf maximal 200 Personen pro Tag begrenzt.

Im Zentrum des Reservats befindet sich das Ökologiezentrum, das Familienführungen, Schulprogramme und Workshops zum Spurenlesen anbietet. Kinder können ein „Naturtagebuch“ führen und lernen, Vogelgesang zu erkennen.

Alles, was das empfindliche Gleichgewicht stören könnte, ist hier verboten: Pflanzen sammeln, laute Musik spielen und sogar Sonnencreme verwenden (um das Wasser nicht zu verschmutzen). Besucher werden gebeten, sich an die Regel zu halten: „Schauen, hören, nicht anfassen.“

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Adresse: Leis 139, 7132 Vals, Kanton Graubünden

Die Therme Vals, entworfen vom Schweizer Architekten Peter Zumthor, zählt zu den bekanntesten Beispielen moderner Architektur weltweit. Inmitten einer tiefen Alpenschlucht im abgelegenen Dorf Vals gelegen, ist sie direkt in den Fels gehauen und aus lokalem grauen Quarzitstein erbaut.

Zumthor verzichtete auf konventionelle Formen: Die Therme bildet ein Labyrinth aus 15 Steinkuben, die teilweise in den Berg eingebettet sind. Das Wasser stammt aus einer Quelle, die die Einheimischen bereits seit der Römerzeit nutzen.

Die Architektur ist geprägt von Sinneseindrücken: dem Rauschen des Wassers, der Kühle des Steins, dem Duft von Kiefernöl, dem gedämpften Licht, das durch schmale Schlitze fällt. Hier gibt es keine Dekoration, nur reine Materialität und Raum.

Die Becken haben unterschiedliche Temperaturen (von 14 °C bis 42 °C) und Funktionen: Meditation, Geysir und Eisbad. Baden ist hier kein Zeitvertreib, sondern ein Ritual der Reinigung und Konzentration.

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Adresse: Rue du Puits-Saint-Pierre 4, 1204 Genf, Kanton Genf

Der St. Petersdom (Cathédrale Saint-Pierre) ist das Herzstück der Genfer Altstadt und eine der architektonisch komplexesten Kirchen der Schweiz. Sein Bau begann im 11. Jahrhundert, und über 700 Jahre hinweg durchlief er romanische, gotische, neoklassizistische und sogar protestantische Epochen.

Die Fassade vereint romanische Türme (11. Jahrhundert) mit einem neoklassizistischen Portikus (18. Jahrhundert), der hinzugefügt wurde, um die Kirche von „katholischem Prunk“ zu befreien. Das Innere strahlt schlichte protestantische Eleganz aus: keine Statuen, nur Holzbänke und die Kanzel, von der Johannes Calvin predigte.

Die Hauptattraktion des Doms ist sein für Besucher geöffneter Turm. Der Aufstieg über die 157 Stufen wird mit einem atemberaubenden Panoramablick auf Genf, den Genfersee, die Alpen und sogar den Mont Blanc in Frankreich belohnt. An klaren Tagen sind sogar drei Länder zu sehen: die Schweiz, Frankreich und Italien.

Unter der Kathedrale befindet sich ein archäologisches Museum, dessen Ausgrabungen Schichten freigelegt haben, die von einem römischen Tempel bis zu einer frühmittelalterlichen Kirche reichen. Dies ist eine seltene Gelegenheit, die Geschichte einer Stadt buchstäblich unter den Füßen zu erleben.

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Adresse: Monument im Fruchtland 3, 3006 Bern, Kanton Bern

Das vom italienischen Architekten Renzo Piano entworfene Zentrum Paul Klee wurde 2005 eröffnet und ist dem Leben und Werk des Künstlers Paul Klee gewidmet, der in der Nähe von Bern geboren wurde. Auf einem grünen Hügel am Stadtrand gelegen, erinnert das Gebäude an drei Wellen, die aus der Erde emporsteigen.

Piano lehnte das traditionelle, kastenförmige Museum ab. Stattdessen schuf er ein in die Landschaft integriertes Bauwerk: Drei mit Kupfer und Glas verkleidete Stahlbögen folgen den Kurven der umliegenden Hügel. Die Höhe des Gebäudes ragt nicht über die Baumkronen hinaus – eine Auflage der lokalen Behörden zum Erhalt des Panoramablicks.

Im Inneren befinden sich drei Ausstellungshallen, ein Bildungszentrum, ein Konzertsaal und ein Café. Natürliches Licht fällt durch die mehrschichtigen Glasdächer und erzeugt sanfte Schattenspiele, ideal für die Präsentation von Klees Werken.

Der Architekt setzte innovative Technologien ein: ein Belüftungssystem mit unterirdischen Kanälen, Solarpaneele auf dem Dach und Regenwasser zur Bewässerung der Rasenflächen. Dadurch zählt das Zentrum zu den umweltfreundlichsten Museen Europas.

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