Es war schon spät am Abend, als sich Lena mit ihren Freunden Jonas, Mia und Felix traf. Sie hatten den ganzen Tag darüber gesprochen, einen alten unterirdischen Tunnel zu erkunden, von dem sie schon länger wussten.
— „Seid ihr wirklich sicher, dass das eine gute Idee ist?“ — fragte Mia und blickte unsicher in die Dunkelheit vor ihnen.
— „Natürlich“, — sagte Jonas grinsend. — „Es ist doch nur ein Tunnel. Wahrscheinlich gibt es dort gar nichts Besonderes.“
— „Genau das macht mir Sorgen“, — murmelte Felix. — „Bei solchen Orten gibt es entweder gar nichts… oder etwas, das man lieber nicht sehen möchte.“
Lena nahm ihre Taschenlampe fester in die Hand.
— „Jetzt seid nicht so nervös. Wir gehen ein Stück hinein, schauen uns alles an und kommen dann wieder raus.“
Langsam stiegen sie die feuchten Stufen hinunter. Schon nach wenigen Metern wurde die Luft kälter. Die Wände waren nass, und von irgendwoher war das leise Tropfen von Wasser zu hören.
— „Irgendwie ist es hier unten viel unheimlicher, als ich gedacht habe“, — sagte Mia leise.
— „Ach was, das ist doch nur ein alter Gang“, — antwortete Jonas, obwohl auch seine Stimme nicht mehr ganz so sicher klang.
Der Tunnel war lang und schmal. Ihre Schritte hallten an den Wänden wider. Der Boden war an manchen Stellen rutschig, und immer wieder mussten sie über kleine Steine und Schmutz steigen.
— „Leuchtet mal nach vorne“, — sagte Felix plötzlich. — „Der Tunnel geht noch viel weiter.“
